UFW-Seminar 2008

Seminartag zum Thema „Aktuelle Entwicklungen im Finanz-, Steuer- und Rechnungswesen im Jahr 2008“

Am Donnerstag, den 30. Oktober 2008 veranstaltete das Ulmer Forum für Wirtschaftswissenschaften (UFW) e.V. ein eintägiges Seminar in Kooperation mit der Sparkasse Ulm. Der Einladung zu diesem Seminar mit dem Titel „Aktuelle Entwicklungen im Finanz-, Steuer- und Rechnungswesen im Jahr 2008“ folgten 43 Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, Vertreter mittelständischer Unternehmen sowie Mitarbeiter der Sparkasse Ulm. In dieser exklusiven Runde wurden aktuelle Gesetzesänderungen und geplante Gesetzesvorhaben zwischen den Teilnehmern und den Referenten kontrovers diskutiert und Lösungsvorschläge in Hinblick auf die praktische Umsetzung der Neuregelungen im Berufsalltag erörtert.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und der Begrüßung der anwesenden Teilnehmer zu Beginn des Seminars durch Herrn Professor Dr. Kai-Uwe Marten (stellvertretender Vorsitzender des UFW e.V.) und Herrn Günther Guthan (stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Ulm), eröffnete Herr Markus Dukek (Berater Private Banking bei der Sparkasse Ulm) den Seminartag mit seinem Vortrag zu den Hintergründen der Finanzmarktkrise. Herr Dukek stellte zu Beginn seines Vortrags die Ursachen der Immobilienkrise in den USA dar.  Daraufhin veranschaulichte er die Ausweitung der Krise aufgrund der Verbriefung und Bündelung von Subprime-Krediten, die sich schlussendlich zu einer weltweiten Finanzmarktkrise entwickelte. Zum Schluss seines Vortrags gab Herr Dukek eine Prognose über die Auswirkung der Finanzmarktkrise auf die Realwirtschaft und die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten ab.

Nach einer kurzen Pause stellte Herr RAuN Dr. Ulrich Kromer (Rechtsanwalt und Notar bei Mössner & Partner, Ulm) das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) vor, welches am 1. November 2008 in Kraft getreten ist. In seinem Vortrag ging Herr Dr. Kromer insbesondere auf die neue Rechtsform der Unternehmergesellschaft ein und erläuterte die Struktur der neuen Rechtsform. Im Anschluss daran verglich er die Unternehmergesellschaft mit der britischen Limited sowie ähnlichen Gesellschaftsformen in weiteren europäischen Staaten. Abschließend gab Herr Dr. Kromer eine Einschätzung zur Relevanz dieser Rechtsform für die Praxis ab.

Den letzten Beitrag vor der Mittagspause hielt Herr WP/StB Dr. Reinhard Schubert (Partner der RöverBrönner KG, Berlin) zum Thema „BilMoG – Auswirkungen auf Rechnungslegung und Prüfung mittelständischer Unternehmen“. Herr Dr. Schubert diskutierte mit den anwesenden Teilnehmern insbesondere die von einer Aktivierung der Entwicklungskosten und einem Ansatz latenter Steuern ausgehenden Schwierigkeiten für die Bilanzierungs- und Prüfungspraxis. Herr Dr. Schubert gab zum Ende seines Vortrags eine Einschätzung über die Konsequenzen der Anpassung des HGB an die IFRS ab.

Während der Mittagspause wurde den Teilnehmern bei einem kleinen Imbiss die Möglichkeit geboten, die Diskussion in persönlicher Runde fortzuführen.
Den Nachmittagsteil des Seminartags, der im Zeichen verschiedener Steuerreformen stand, begann Herr WP/StB Herbert Volz (Geschäftsführer der Dr. Horn Unternehmensberatung GmbH, Ulm) mit Ausführungen zu den Änderungen bei der Einkommen-, Körperschafts- und Gewerbesteuer, die durch die Unternehmensteuerreform 2008 hervorgerufen wurden. Den Abschluss des Seminartags bildete der Vortrag von Frau WP/StB Professor Dr. Brigitte Zürn (Vorsitzende des UFW e.V.), in welchem sie über den Stand des aktuellen Gesetzgebungsverfahrens bei der Erbschaft- und Schenkungsteuerreform informierte. In ihren Ausführungen stellte Frau Professor Zürn den Inhalt der Neuregelungen für Betriebsvermögen vor und gab zum Ende ihres Vortrags eine Einschätzung über die weitere Entwicklung des Gesetzgebungsverfahrens ab.

Mit dem Seminartag zum Thema „Aktuelle Entwicklungen im Finanz-, Steuer- und Rechnungswesen im Jahr 2008“ ist es dem Ulmer Forum für Wirtschaftswissenschaften e.V. zum vierten Mal gelungen, den Teilnehmern ein vielseitiges und aktuelles Programm zu bieten und den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis zu fördern.