Hybride Fachtagung 2021

In einer immer stärker globalisierten Welt rücken menschenrechtliche sowie umweltbezogene Sorgfaltspflichten hinsichtlich der Lieferketten zunehmend in den Vordergrund. Um die damit einhergehenden unternehmerischen Notwendigkeiten gesetzlich zu verankern, ist am 22. Juli 2021 das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz in Kraft getreten.

Hierfür bot die 18. Fachtagung des Ulmer Forum für Wirtschaftswissenschaften (UFW) e.V. Vertreter*innen aus der Gesetzgebung, Standardsetzung, Wirtschaftsprüfung, Unternehmenspraxis und Politik einen großartigen Rahmen, die Herausforderungen, aber auch Chancen und Möglichkeiten der Gesetzeseinführung zu diskutieren. Ausgerichtet wurde die Fachtagung des UFW in Kooperation mit dem Institut für Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung, dem Institut für Nachhaltige Unternehmensführung und dem Institut für Business Analytics der Universität Ulm sowie mit der IHK Ulm.

Nachdem die Veranstaltung durch die Vorstandsvorsitzende des UFW, Frau Professor Dr. Brigitte Zürn, sowie den Präsidenten der Universität Ulm, Herrn Professor Dr.-Ing. Michael Weber, eröffnet wurde, hatten nach einer prägnanten Vorstellung der Eckpunkte des Gesetzes durch Frau Susanne Gasde (Bundesministerium für Arbeit und Soziales) Stimmen aus der Praxis die Möglichkeit, damit verbundene unternehmerische Risiken darzustellen.

Eröffnungsrede durch die Vorstandsvorsitzende des UFW, Frau Professor Dr. Brigitte Zürn, und den Präsidenten der Universität Ulm, Herrn Professor Dr.-Ing. Michael Weber.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Herrn Professor Dr. Kai-Uwe Marten, Leiter des Instituts für Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung sowie Herrn Professor Dr. Martin Müller, Leiter des Instituts für nachhaltige Unternehmensführung. Vertreter*innen der Fischerwerke GmbH & Co. KG (stellvertretend für betroffene mittelständische Unternehmen) und der BMW AG als Großkonzern gaben spannende Einblicke, wobei sie insbesondere betonten, dass sich Unternehmen mit der Risikoanalyse und der daraus folgenden Präventionsmaßnahmen im Zuge des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes auseinandersetzen müssten. Gleichzeitig könnten Unternehmen das Gesetz nutzen, um die Transparenz ihrer Lieferketten zu erhöhen. So nähmen die Anforderungen an die Berichterstattung sowie die Corporate Governance zu. Damit einhergehend sieht sich auch die Prüfung und Beratung gefordert, sich den aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz entstehenden Änderungen anzunehmen, was durch eine Vertreterin der Ebner Stolz Wirtschaftsprüfungsgesellschaft anschaulich dargestellt wurde.

Podiumsdiskussion der Referierenden im Anschluss an die deren Vorträge.

Anschließend erläuterte der Präsident des Deutschen Rechnungslegungs Standards Commitee (DRSC) e.V., Herr Georg Lanfermann, unter anderem Vorschläge zur Harmonisierung der Regelungen auf EU-Ebene und gab Denkanstöße zu den Berichtspflichten der Lieferkette. Bei einer abschließenden Podiumsdiskussion, geleitet von Herrn Professor Dr. Martin Müller, hatten die Vortragenden sowie das Publikum die Gelegenheit in einen intensiven Austausch zu treten. Neben den Referierenden ergänzte die Podiumsdiskussion – stellvertretend für die IHK Ulm – Herr Amir Alizadeh, Leiter International. Um abrundend auch noch ein weiteres Meinungsbild aus der Politik einzuholen, schloss sich dieser Runde Herr Alexander Kulitz, Mitglied des Deutschen Bundestags, an.

Die Teilnahme sowie die Vorträge waren sowohl digital als auch in Präsenz möglich.

Zum ersten Mal wurde für die Fachtagung ein hybrides Format gewählt, wobei die Vortragenden entweder digital zugeschaltet oder in Präsenz durch ihre Präsentationen führten. Das Publikum konnte virtuell oder vor Ort den Vorträgen folgen und sich durch Wortbeiträge (bzw. die virtuell Teilnehmenden durch eine moderierte Chatfunktion) aktiv in die Diskussionen einbringen. So konnten über 30 Vertreter*innen aus der Wirtschaftsprüfung und der Unternehmenspraxis persönlich an der Universität Ulm begrüßt werden. Insgesamt wurde durch das hybride Format ein spannender Austausch der Teilnehmenden gewährleistet, wobei auch persönliche Gespräche wieder aufleben konnten.